Einrichtungen erhalten oft keine Ergebnisse zu den Qualitätsindikatoren, beklagt Bernhard Stärck, Sozialwirt und Inhaber des Beratungsunternehmens Stärck BIP, in einem Beitrag für Altenheim.

Viele stationäre Einrichtungen hätten in den letzten Monaten das Ergebnis ihrer Indikatorenmeldung erhalten. Häufig habe es hierin geheißen: “Es wurde keine Indikatorenauswertung durchgeführt. Der Datensatz weist bei über 25 Prozent der Datensätze Auffälligkeiten im Sinne der Plausibilitätskontrolle (…) auf.”

Betrachte man die “Auffälligkeiten” näher, so werde dort zum Beispiel bemängelt, dass zwar die Fähigkeit “sich zu erinnern” bei einer Bewohnerin nur in geringem Maße vorhanden ist, jedoch das “Verstehen von Sachverhalten und Informationen” unbeeinträchtigt sei, so Stärck. Da dies durchaus nicht ungewöhnlich sei, stelle sich die Frage, was genau hier nicht plausibel sein soll. Ein Bewohner sei beim “Duschen oder Baden einschließlich Waschen der Haare” überwiegend unselbstständig, könne sich jedoch den vorderen Oberkörper waschen. In einer Pflegeeinrichtung alltäglich, aber auch hier werde erklärt, dies sei nicht plausibel. Es sei auch durchaus möglich, dass jemand der sich “den Oberkörper an und auskleiden” kann, nicht in der Lage ist, sich den vorderen Oberkörper oder den Intimbereich zu waschen.

In mehreren Einrichtungen seien aufgrund der Rückmeldungen durch die DAS die Angaben zu den Qualitätsindikatoren erneut überprüft worden. Hierbei hätten sich die Mitarbeiter penibel an den vorgegebenen Definitionen orientiert. Das Ergebnis sei jedoch unverändert geblieben, so Stärck weiter. Für die Einrichtung und ihr Qualitätsmanagement bedeute dies, dass die Arbeit umsonst war. Die erhofften Ergebnisse, mit denen man künftige Auswertungen vergleichen und dadurch Verbesserungen herbeiführen könnte, seien mit den oben aufgeführten Begründungen nicht geliefert worden.

Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. Stärck wünscht sich, die Veröffentlichung einer Statistik mit der nachvollziehbar wird, wie viele Auswertungen der Qualitätsindikatoren aufgrund von Plausibilitätsproblemen nicht stattfanden. Sollte sich herausstellen, dass dies eine hohe Anzahl der stationären Einrichtungen betrifft, dann müsse die Systematik der Plausibilitätskontrolle dringend nachgebessert werden. “Es wäre sehr schade, wenn die gute Idee des Qualitätsvergleichs daran scheitern würde, dass der Lebensalltag und die Besonderheiten pflegebedürftiger Menschen in einem EDV-Algorithmus falsch abgebildet sind” so Stärck abschließend.

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