Qualitätsindikatoren

Die Meldung von Qualitätsindikatoren in der stationären Pflege ist ein Bestandteil der Qualitätssicherung und -entwicklung in Pflegeeinrichtungen. Qualitätsindikatoren sind messbare Kennzahlen, die Aufschluss über die Qualität der Pflegeleistungen geben. Sie dienen dazu, die Versorgungsqualität zu überprüfen und Verbesserungspotenziale aufzudecken. Die Meldung von Qualitätsindikatoren erfolgt alle sechs Monate. Die Meldung umfasst folgende Bereiche:
• Erhaltene Mobilität
• Erhaltene Selbständigkeit bei Alltagsverrichtungen
• Erhaltene Selbständigkeit bei Gestaltung des Alltagslebens
• Dekubitusentstehung
• Schwerwiegende Sturzfolgen
• Unbeabsichtigter Gewichtsverlust
• Durchführung eines Integrationsgesprächs
• Anwendung von Gurten
• Anwendung von Bettseitenteilen
• Aktualität der Schmerzeinschätzung

Qualitätsbeauftragte*r

Der/die Qualitätsbeauftragte in der Altenpflege ist für die Sicherstellung und kontinuierliche Verbesserung der Qualität in der Pflegeeinrichtung verantwortlich. Zu seinen/ihren Aufgaben gehören unter anderem die Entwicklung und Umsetzung von Qualitätsstandards, die Überwachung und Bewertung der Pflegeprozesse, die Schulung des Personals im Bereich Qualitätsmanagement sowie die Zusammenarbeit mit externen Prüfinstanzen und Behörden. Der/die Qualitätsbeauftragte trägt somit maßgeblich dazu bei, dass die Bewohnerinnen und Bewohner einer Pflegeeinrichtung eine qualitativ hochwertige Versorgung erhalten.

Siehe auch: Qualitätsmanagement

Praxisanleitung

Der Praxisanleitung obliegt die Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der praktischen Ausbildung. Sie plant, gestaltet und beurteilt den Lernprozess der Auszubildenden und ist eigenverantwortlich für die Steuerung des Ausbildungsprozesses zuständig. Die Praxisanleitung

• nimmt an mindestens 24 Stunden berufspädagogischer Fortbildungen teil,
• erarbeitet und revidiert die betriebliche Ausbildungsplanung in Abstimmung mit der theoretischen Ausbildungsstätte,
• plant, koordiniert und kontrolliert die Anleitungen und Einarbeitungen von Auszubildenden,
• erstellt den Lernstufen entsprechende Lernaufgaben, die die berufliche Handlungskompetenz fördern und bewertet diese,
• gibt Auszubildenden regelmäßiges Feedback
• sichert die Dokumentation des Lernverlaufs und ist permanente
• Ansprechpartner*in,
• unterstützt den Transfer zwischen Theorie und Praxis und gibt der Schule Rückmeldung,
• wird bei Prüfungen beratend hinzugezogen, ist ggf. zweite Fachprüfer*in im praktischen Examen und in der Zwischenprüfung,
• berät Leitungskräfte, um Ausbildungsstrukturen laufend zu verbessern,
• überwacht die Einhaltung des Arbeitsschutzgesetzes, Jugendschutzgesetzes und der jeweiligen Ausbildungsverordnungen.

Die Praxisanleitung hat einen Umfang von mindestens 10 Prozent der praktischen Ausbildungszeit.

Pflegevisite

Bei einer pflegerischen Versorgung durch eine stationäre Pflegeeinrichtung oder einen ambulanten Pflegedienst erhalten pflegebedürftige Personen regelmäßig oder bei signifikanten Veränderungen der Gesundheits- und/oder Pflegesituation eine Pflegevisite. Die Pflegevisite kann verschiedene Strukturen aufweisen. Die Pflegevisite des QUAPEN®-Qualitätshandbuchs orientiert sich an den Qualitäts- und Prüfrichtlinien (QPR) des medizinischen Dienstes (MD).

Pflegeprozess

Der Pflegeprozess ist ein strukturierter Ansatz zur Planung und Durchführung von Pflegemaßnahmen. Es gibt mehrere Modelle zum Beispiel den 45 oder 6 strittigen Pflegeprozess. Im Strukturmodell wird der Pflegeprozess mit den folgenden vier Elementen beschrieben:

Element 1
Strukturierte Informationssammlung (SIS®) als Einstieg in den Pflegeprozess mit den Kernelementen:
• Eigeneinschätzung der pflegebedürftigen Person
• Sechs Themenfelder zur fachlichen Einschätzung
• Matrix für pflegesensitive Risiken und Phänomene
• Betreuungs- und pflegerelevante biografische Aspekte
Element 2
Individuelle Maßnahmenplanung mit den Erkenntnissen aus der SIS®
Element 3
• Berichteblatt mit der Fokussierung auf
• Abweichungen aus der SIS
• Abweichungen aus der Maßnahmenplanung
• Tagesaktuelle Ereignisse
• Weitere an Pflege und Betreuung Beteiligte
Element 4
Festlegung von Evaluationsdaten oder Zeiträumen
• aus Erkenntnissen der SIS®
• aus Erkenntnissen der Maßnahmenplanung
• aus Erkenntnissen des Berichteblatts

Der Pflegeprozess ist ein kontinuierlicher Zyklus, bei dem die Pflegekräfte regelmäßig Veränderungen bei der pflegebedürftigen Person beobachten, den Maßnahmenplan aktualisieren und sicherstellen, dass die bestmögliche Versorgung gewährleistet wird.

Siehe auch: Strukturmodell