von soenke | Juni 25, 2024
Bei einer pflegerischen Versorgung durch eine stationäre Pflegeeinrichtung oder einen ambulanten Pflegedienst erhalten pflegebedürftige Personen regelmäßig oder bei signifikanten Veränderungen der Gesundheits- und/oder Pflegesituation eine Pflegevisite. Die Pflegevisite kann verschiedene Strukturen aufweisen. Die Pflegevisite des QUAPEN®-Qualitätshandbuchs orientiert sich an den Qualitäts- und Prüfrichtlinien (QPR) des medizinischen Dienstes (MD).
von soenke | Juni 25, 2024
Der Pflegeprozess ist ein strukturierter Ansatz zur Planung und Durchführung von Pflegemaßnahmen. Es gibt mehrere Modelle zum Beispiel den 45 oder 6 strittigen Pflegeprozess. Im Strukturmodell wird der Pflegeprozess mit den folgenden vier Elementen beschrieben:
Element 1
Strukturierte Informationssammlung (SIS®) als Einstieg in den Pflegeprozess mit den Kernelementen:
• Eigeneinschätzung der pflegebedürftigen Person
• Sechs Themenfelder zur fachlichen Einschätzung
• Matrix für pflegesensitive Risiken und Phänomene
• Betreuungs- und pflegerelevante biografische Aspekte
Element 2
Individuelle Maßnahmenplanung mit den Erkenntnissen aus der SIS®
Element 3
• Berichteblatt mit der Fokussierung auf
• Abweichungen aus der SIS
• Abweichungen aus der Maßnahmenplanung
• Tagesaktuelle Ereignisse
• Weitere an Pflege und Betreuung Beteiligte
Element 4
Festlegung von Evaluationsdaten oder Zeiträumen
• aus Erkenntnissen der SIS®
• aus Erkenntnissen der Maßnahmenplanung
• aus Erkenntnissen des Berichteblatts
Der Pflegeprozess ist ein kontinuierlicher Zyklus, bei dem die Pflegekräfte regelmäßig Veränderungen bei der pflegebedürftigen Person beobachten, den Maßnahmenplan aktualisieren und sicherstellen, dass die bestmögliche Versorgung gewährleistet wird.
Siehe auch: Strukturmodell
von soenke | Juni 25, 2024
Der Pflegegrad ist ein Maßstab, der in Deutschland zur Einstufung von pflegebedürftigen Personen verwendet wird. Er wird durch den Medizinischen Dienst (MD) festgelegt und bestimmt den Umfang der Leistungen, die die Pflegekasse für die Pflege und Betreuung der betroffenen Personen übernimmt. Es gibt insgesamt fünf Pflegegrade, die je nach Schwere der Beeinträchtigung unterschiedliche Leistungen vorsehen. Die Einstufung erfolgt anhand eines Begutachtungsverfahrens, bei dem folgend Kriterien bewertet werden:
• Mobilität (z.B. fortbewegen innerhalb des Wohnbereiches, Treppensteigen …) (10%)
• Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (z.B. örtliche, zeitliche … Orientierung) (15%) +
• Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (z.B. nächtliche Unruhe, (auto)aggressives Verhalten)
• Selbstversorgung (z.B. Körperpflege, Ernährung… – bisher Grundpflege) (40%)
• Umgang mit krankheitsspezifischen, therapiebedingten Anforderungen (z.B. Medikation, Wundversorgung, Arzt- oder Therapiebesuche…) (20%)
• Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (z.B. Gestaltung des Tages Ablaufs…) (15%)
• Außerhäusliche Aktivitäten (z.B. selbständiges Bewegen im öffentlichen Raum, an Veranstaltungen teilnehmen, Nutzung von Transportmitteln)
• Haushaltsführung (z.B. Einkaufen, Behördengänge, Regelung finanzieller Angelegenheiten)
Siehe auch: Grundpflege, Einstufungsmanagement
von soenke | Juni 25, 2024
Es gibt verschiedene Bereiche, in denen man sich zum/zur Pflegeexpert*in weiterbilden kann, zum Beispiel Wundexpert*in, Gerontopsychiatrische Pflege, Stomatherapeut*in, Palliativ Care, Schmerzmanagement oder Ernährungsmanagement. Diese Weiterbildungen ermöglichen es Pflegekräften, sich auf spezifische Bereiche zu spezialisieren und ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zu vertiefen. Auch in einigen Expertenstandards wird die Hinzuziehung von Pflegeexpert*innen beschrieben, zum Beispiel bei Wund- und Schmerzmanagement.
Siehe auch: Expertenstandards
von soenke | Juni 25, 2024
Die Pflegedokumentation ist ein wichtiger Bestandteil der Pflegepraxis und dient dazu, alle relevanten Informationen über die pflegebedürftigen Menschen zu erfassen, zu dokumentieren und auszuwerten. Sie umfasst unter anderem die Informationssammlung, Angaben zur Maßnahmenplanung bzw. Pflegeplanung, tagesaktuelle Ereignisse, Durchführung von Maßnahmen, Beobachtungen des Gesundheitszustands sowie Kommunikation mit anderen an der Pflege Beteiligten. Eine sorgfältige und vollständige Dokumentation in der Pflege ist notwendig, um die Qualität der Pflege sicherzustellen, den Verlauf von Krankheiten oder Behandlungen nachvollziehbar zu machen und die Zusammenarbeit im interdisziplinären Team zu erleichtern. Zudem dient sie als Qualitätsnachweis. Die Dokumentation in der Pflege sollte klar strukturiert, zeitnah und nachvollziehbar sein. Sie erfolgt in der Regel schriftlich oder elektronisch und unterliegt den gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz. Eine regelmäßige Schulung des Pflegepersonals im Umgang mit der Dokumentation ist daher unerlässlich.